Anleitung zur richtigen Blutzuckermessung

Menschen mit Diabetes sollten regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen durchführen. Diese sind der Grundstein für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie. Um möglichst exakte Messergebnisse zu erzielen und Messabweichungen zu vermeiden, sollten die folgenden Punkte vor, während und nach der Blutzuckermessung berücksichtigt werden.

Richtig Blutzuckermessen:

Menschen mit Diabetes sollten regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen durchführen. Diese sind der Grundstein für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie. Um möglichst exakte Messergebnisse zu erzielen und Messabweichungen zu vermeiden, sollten die folgenden Punkte vor, während und nach der Blutzuckermessung berücksichtigt werden.

Vor der Messung

Illustration zum Einlegen der Batterie in ein GlucoCheck Blutzuckermessgerät

Gerät vorbereiten
Lagern Sie Ihr Messgerät bei Raumtemperatur staubfrei und trocken. Legen Sie die Batterie richtig ein und prüfen Sie die Batterieleistung.

Eine schematische Darstellung hebt das Haltbarkeitsdatum auf einer Teststreifen-Dose hervor.

Teststreifen überprüfen
Überprüfen Sie das Gültigkeitsdatum der Teststreifen (innerhalb von 6 Monaten verbrauchen) und notieren Sie das Öffnungsdatum auf der Teststreifendose.

Darstellung, wie eine Lanzette korrekt in die vorgesehene Vorrichtung gesteckt wird.

Schritt 1
Stechhilfe vorbereiten
Schieben Sie eine sterile Lanzette in die Lanzettenhalterung der Stechhilfe und drücken Sie diese fest.

Illustration zeigt das Entfernen der Schutzkappe einer Lanzette.

Schritt 2
Stechhilfe vorbereiten
Drehen Sie die Schutzkappe der Lanzette ab und setzen Sie die Abdeckkappe der Stechhilfe auf die Stechhilfe.

Illustration zur Einstellung der Stechhilfe, um die gewünschte Stichstärke zu wählen.

Schritt 3
Stechhilfe vorbereiten
Stellen Sie die Einstichtiefe der Stechhilfe ein, indem Sie die Abdeckkappe drehen. Die Stechhilfe hat fünf unterschiedliche Einstichtiefen.

Es wird zeigt, wie die Stechhilfe gespannt wird, so dass sie einsatzbereit ist.

Schritt 4
Stechhilfe vorbereiten
Ziehen Sie die Spannvorrichtung der Stechhilfe zurück bis ein Klickgeräusch ertönt. Die Stechhilfe ist nun gespannt und einsatzbereit.

Messvorgang

Die Grafik verdeutlicht, wie die Einstichstelle durch Reiben vor der Blutentnahme durchblutet wird.

Einstichstelle vorbereiten
Waschen Sie Ihre Hände und trocknen Sie diese gut ab. Regen Sie durch Reibung die Durchblutung an der Einstichstelle an.

Die Grafik verdeutlicht, wie die Stechhilfe korrekt ausgelöst wird, um einen sauberen Bluttropfen zu erhalten.

Blutentnahme
Halten Sie die Stechhilfe an die seitliche Fingerbeere und drücken Sie den Auslöseknopf. Vermeiden Sie ein Nachdrücken und verschmieren Sie den Bluttropfen nicht.

Illustration zeigt das korrekte Einführen des Teststreifens in das Messgerät, wobei die Kontaktfläche nach oben zeigt.

Schritt 1
Durchführung der Blutzuckermessung
Schieben Sie den Teststreifen richtig herum und vollständig in den Teststreifeneinschub des Messgerätes.

Die Teststreifendose mit der Codenummer wird neben dem Display des Blutzuckermessgeräts dargestellt, auf dem dieselbe Codenummer angezeigt wird.

Schritt 2
Durchführung der Blutzuckermessung
Vergleichen Sie die Codenummer von der Teststreifendose mit der Codenummer, die auf dem Display des Messgerätes erscheint.

Eine Hand positioniert den Teststreifen seitlich an den Finger, der Bluttropfen gelangt auf den Streifen.

Schritt 3
Durchführung der Blutzuckermessung
Halten Sie den Teststreifen seitlich an den Finger, damit der Bluttropfen vom Teststreifen aufgesogen werden kann.

Auf dem Display des Blutzuckermessgeräts ist die Zahl 105 zu sehen.

Schritt 4
Durchführung der Blutzuckermessung
Das Messergebnis wird auf dem Display angezeigt.

Nach der Messung

Grafik zeigt das Entfernen des Teststreifens über die Auswurftaste.

Teststreifen und Lanzette entsorgen
Entfernen Sie den benutzten Teststreifen über die Auswurftaste. Um Infektionen zu vermeiden, Teststreifen und Lanzette in einem geeigneten Behälter vorsichtig entsorgen.

Vermeidung von Messabweichungen

Einflussfaktoren auf die Messgenauigkeit

  • Bestimmte Medikamente (z. B. Vitamin C, Paracetamol) können den Wert beeinflussen.
  • Abweichende Hämatokrit-Werte (z. B. bei Schwangeren, Menschen mit Anämie oder Raucher:innen) führen zu ungenauen Ergebnissen.

Vorbereitung und Durchführung der Messung

  • Hände vor der Messung mit lauwarmem Wasser waschen.
  • Fingerbeere nur leicht drücken.
  • Bei mehreren Messungen dieselbe Körperstelle nutzen (z. B. seitliche Fingerbeere).
  • Für jede Messung einen frischen Bluttropfen verwenden.
  • Bluttropfen seitlich an den Teststreifen halten, nicht von oben auftragen.
  • Messgerät zum Ablesen richtig herum halten.
  • Alkohol zur Desinfektion vollständig verdunsten lassen, sonst kann der Messwert verfälscht werden.

Technische Aspekte und Geräteeinsatz

  • Auf korrekte Kalibrierung (Vollblut/Plasma) achten.
  • Teststreifendose nach Gebrauch gut verschließen und vor Sonne schützen.
  • Eignung des Geräts für venöses Blut prüfen.

Ärztliche Betreuung und Therapieanpassung

  • Ärztliche Betreuung und Therapieanpassung

FAQ

Hier finden Sie schnelle und einfache Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Richtig messen. Wir hoffen, dass Sie in diesem Bereich alle Antworten finden. Sollten Sie dennoch Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Als Fingerbeere wird das weiche, runde Gewebe an den Fingerspitzen bezeichnet. An diesen Stellen befinden sich besonders viele kleine Blutgefäße. Aus diesem Grund sind die Fingerbeeren gut für die Messung des Blutzuckerspiegels geeignet. Daumen und Zeigefinger sollten aufgrund der Beanspruchung im Alltag nicht zur Blutzuckermessung verwendet werden.

Das Vollblut beinhaltet alle Bestandteile des Blutes (zelluläre und flüssige). Es enthält sowohl rote als auch weiße Blutkörperchen, Blutplasma und Blutplättchen. Vollblutproben werden häufig für diagnostische Tests und Behandlungen eingesetzt.

Blutplasma (oder auch Plasma) bezeichnet den flüssigen Bestandteil des Blutes. Das Blutplasma besteht größtenteils aus Wasser und unterschiedlichen Stoffen wie Salze, Hormone, Nährstoffe und Proteine, die darin gelöst sind. Das Plasma macht ca. 55 % des Blutes aus. Die Hauptaufgabe liegt darin, den Transport von Blutzellen, Nährstoffen, Abfallprodukten und Hormonen im Körper zu gewährleisten.

Der Hämatokrit-Wert gibt den Anteil an roten Blutkörperchen (in Prozent) im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Blutes wieder.

Bei einer Blutarmut (Anämie) kann der Körper nicht ausreichend rote Blutkörperchen oder Hämoglobin erzeugen, um den Sauerstoffbedarf des Körpers abzudecken. Dadurch können Organe oder das Gewebe im Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Die Folge können Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kurzatmigkeit und Herzklopfen sein.

Blutzuckermessgeräte können unterschiedliche Kalibrierungen haben. Zum einen gibt es Blutzuckermessgeräte, die den Blutzuckergehalt aus dem Plasma ausweisen (plasmakalibriert). Zum anderen gibt es Messgeräte, die den Blutzuckergehalt aus dem Vollblut (vollblutkalibriert) ermitteln.

Extreme Temperaturen können die Messgenauigkeit beeinträchtigen. Die GlucoCheck Messgeräte können unter den folgenden Temperaturen zur Messung verwendet werden:

  • GlucoCheck GOLD: 8 – 45 °C
  • GlucoCheck XL: 10 – 40 °C
  • GlucoCheck Excellent: 10 – 40 °C

Die Teststreifen sollten bei folgenden Temperaturen gelagert werden.

  • GlucoCheck GOLD Teststreifen: 2 – 30 °C
  • GlucoCheck XL Teststreifen: 2 – 32 °C
  • GlucoCheck Excellent Teststreifen: 2 – 30 °C

Die Messmaterialien sollten an die herrschenden Raumbedingungen akklimatisiert werden.

Einige Medikamente, ein sehr hoher oder niedriger Hämatokrit-Wert, Feuchtigkeit oder Schmutz auf der Einstichstelle sowie unsaubere Teststreifen können die Blutzuckermessung beeinflussen.

Wenn Sie sich unwohl fühlen, die Blutzuckerwerte aber normal erscheinen (oder umgekehrt), wiederholen Sie die Messung. Achten Sie dabei auf die Vermeidung von Messfehlern:

  • Hände gründlich waschen und trocknen
  • Ausreichend Blut auf den Teststreifen geben
  • Teststreifen wurden korrekt gelagert und sind nicht abgelaufen
  • Die Funktionsfähigkeit des Messgeräts kann mithilfe eines Kontrolllösungstest
    überprüft werden

Bleibt die Abweichung bestehen, notieren Sie Ihre Werte zusammen mit Ihren Beschwerden und besprechen Sie dies mit Ihren Ärzt:innen.

Saubere Hände verhindern, dass Schmutz, Zuckerreste oder andere Substanzen das Messergebnis verfälschen. Lauwarmes Wasser und Seife (keine Honig- oder Karamellseife) sowie gründliches Abtrocknen sind ausreichend. Zudem sollte eventuell verwendetes Desinfektionsmittel, vor der Blutzuckermessung, vollständig verdunsten.

Es sollte sichergestellt werden, dass die Einstichstelle sauber ist (Händewaschen). Durch sanftes Reiben der Fingerbeere kann die Durchblutung gesteigert werden, sodass leichter ein ausreichend großer Blutstropfen gewonnen werden kann. Als Einstichstelle wird die seitliche Fingerbeere empfohlen, da hier weniger Nervenzellen liegen, sodass der Einstich schmerzärmer ist.

Die wiederholte Punktierung an der gleichen Stelle kann zu Verhärtungen oder Schmerzen führen. Das Abwechseln der Finger und Fingerseiten verhindert Gewebeschäden und erleichtert die Blutentnahme.

Alternative Entnahmestellen bezeichnen Körperregionen, die außerhalb der gewöhnlichen Entnahmestelle für kapillares Vollblut infrage kommen. Für die Blutzuckermessung können dafür folgende Bereiche für die Blutgewinnung genutzt werden: Hand- und Daumenballen, Ober- und Unterarm sowie Oberschenkel und Wade. Vor der Blutentnahme an alternativen Entnahmestellen (AST) sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin darüber gesprochen werden.

Entsorgen Sie benutzte Lanzetten und Teststreifen vorsichtig und beachten Sie dabei die lokalen Vorschriften. Lanzetten sollten in einem stichfesten Behälter gesammelt werden. Der Behälter wird anschließend entsorgt. Teststreifen können nach einmaligem Gebrauch im Hausmüll entsorgt werden.

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