Diabetes-Folgeerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Folge- und Begleiterkrankungen, die ein Diabetes mellitus mit sich bringen kann. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Ein Grund können dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte sein. Das Risiko für folgende Krankheiten kann durch Diabetes erhöht werden.

Diabetes-Folgeerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Folge- und Begleiterkrankungen, die ein Diabetes mellitus mit sich bringen kann. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Ein Grund können dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte sein. Das Risiko für folgende Krankheiten kann durch Diabetes erhöht werden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Schlaganfälle, Herzinfarkte und Erkrankungen der Bein-Gefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Ursache dieser Erkrankungen ist die Atherosklerose, die durch erhöhte Blutzuckerwerte begünstigt wird. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, die an den Arterien auftritt. Die Blutgefäße verändern sich über viele Jahre und es kommt zu kleinen Beschädigungen und Einrissen an den Gefäßwänden. Gefäßdurchmesser und Elastizität nehmen ab. Brechen die Einlagerungen (Plaques) auf, entstehen Blutgerinnsel, die Gefäße verstopfen können.

Verschließen sich die Gefäße des Herzens, wird die Versorgung bestimmter Teile des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut unterbrochen. Aufgrund des Sauerstoffmangels stirbt das betroffene Herzmuskelgewebe ab. Fachleute sprechen von einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt).

Bei einem Schlaganfall wird ein Gefäß verstopft, welches das Gehirn mit Sauerstoff versorgt. Das Absterben eines Gehirnteils ist die Folge.

Was ist die Schaufensterkrankheit?

Die sogenannte Schaufensterkrankheit – auch periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) – ist eine Durchblutungsstörung der Beinschlagader. Nach einer bestimmten Strecke treten beim Gehen krampfartige Schmerzen in den Beinen auf. Betroffene sind dazu gezwungen häufig – quasi an jedem Schaufenster – stehen zubleiben.
Im Ruhezustand lassen die Schmerzen wieder nach.

Diabetische Neuropathie

Neuropathie bezeichnet Störungen und Erkrankungen des peripheren Nervensystems (außerhalb des zentralen Nervensystems (Rückenmark und Gehirn)).

Bei Diabetiker:innen kommt es höchstwahrscheinlich aufgrund des zu hohen Zuckergehaltes im Blut zur Schädigung von Nervenzellen, die zu einer Funktionsstörung oder dem Absterben der Nerven führen kann. Die genauen Symptome sind von der betroffenen Nervenbahn abhängig.

Es wird in periphere und autonome Neuropathie unterschieden.

Sind Nervenbahnen involviert, die sich vom Rückenmark zu den Beinen, Armen oder der Haut erstrecken, wird von peripherer Neuropathie gesprochen. Diese Nervenbahnen bestehen hauptsächlich aus Nervenfasern für Temperatur, motorischen Nervenfasern und schmerzleitenden Nervenfasern.

Verdauung, Nieren- und Lebertätigkeit, Herz- und Kreislauffunktionen, Blutdruck und Hormonhaushalt zählen zu den autonomen – von selbst ablaufenden – Funktionen des Körpers. Kommt es bei Nervenbahnen, die diese Funktionen steuern, zu Funktionsstörungen oder zum Absterben, handelt es sich um eine autonome Neuropathie.

Diabetischer Fuß

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Beschädigungen der Nerven und Gefäße. Die Druck- und Schmerzempfindlichkeit nimmt ab. Das kann dazu führen, dass kleine Verletzungen oder Wunden am Fuß nicht mehr wahrgenommen werden. Schwer heilende Wunden können die Folge sein. Vom Diabetischen Fußsyndrom wird gesprochen, wenn es sich um Wunden unterhalb des Knies handelt.

Neben der richtigen Fußpflege ist es sehr wichtig regelmäßig die medizinische Fußpflege aufzusuchen.

Richtige Fußpflege bei Diabetes

Zwei behandschuhte Hände bewegen die Zehen eines Fußes auseinander, um den Zwischenraum kontrollieren zu können.

Ärztliche Kontrolle

Ärztliche Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.

Es sind eine illustrative Hand mit einem Handspiegel und ein Fuß zu sehen. Der Spiegel zeigt die Unterseite des Fußes.

Regelmäßige Selbstkontrolle

Den kompletten Fuß von allen Seiten prüfen auf: Verhornungen, Druckstellen, Nagelpilz, Fehlstellungen und / oder Wunden.

In der Illustration sind ein nasser Fuß, eine Hand mit einem Tuch und eine Pfütze zu sehen. Mit dem Tuch wird der Fuß abgetrocknet

Füße reinigen

Die Füße sollten maximal 5 Minuten im handwarmen Fußbad gewaschen und anschließend gut abgetrocknet werden (auch zwischen den Zehen). Sollten Wunden bestehen, Füße nicht waschen, sondern nur desinfizieren.

Es werden ein gezeichneter Fuß und eine Nagelfeile über dem Zehnagel dargestellt.

Nägel pflegen

Fußnägel immer gerade – nicht rund – feilen. Die Verwendung von Knipsern, Scheren oder Zangen sollte vermieden werden.

Dargestellt ist eine gezeichnete Hand mit einem Bimsstein, der an der Ferse eines Fußes anliegt.

Hornhaut entfernen

Hornhaut mit einem Bimsstein entfernen.

In der Illustration verteilt eine Hand Creme auf dem Fußrücken.

Hautpflege bei trockenen Füßen

Trockene Füße regelmäßig mit Cremes oder Schäumen mit Harnstoff (Urea 5-10 %) einreiben.

Die Illustration zeigt einen Fuß in einem Strumpf.

Richtige Strümpfe tragen

Strümpfe täglich wechseln. Es sollten Strümpfe mit hohem Baumwollanteil bevorzugt werden.

Dargstellt ist ei illustrativer Fuß in einem Schuh. Die Umrisse des Fußes sind durch den Schuh erkennbar. Es sind Kreise an der Spitze des Schuhs und an der Ferse eingezeichnet.

Schuhe prüfen

Schuhe auf drückende Nähte kontrollieren und sorgfältig einlaufen. Druck- und Scheuerstellen vermeiden.

Diabetische Retinopathie

Bei der diabetischen Retinopathie führt der hohe Blutzucker zur Schädigung der feinen Blutgefäße der Netzhaut. Das hat eine nicht mehr ausreichende Durchblutung der Sehzellen zur Folge. Auch kann Flüssigkeit aus den geschädigten Gefäßen austreten. Wird die diabetische Retinopathie nicht rechtzeitig behandelt, können Betroffene sogar erblinden.

Eine Retinopathie wird durch Rauchen, einen zu hohen Blutdruck oder erhöhte Cholesterinwerte begünstigt.

Diabetische Nephropathie

Die Nieren produzieren Urin und scheiden über diesen Abfallprodukte und Giftstoffe aus. Darüber hinaus sind sie in die Regulierung des Wasser- und Salzhaushaltes involviert, bilden Hormone und beeinflussen den Blutdruck. Liegt eine diabetische Nephropathie vor bzw. ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft zu hoch, werden die kleinen Blutgefäße an den Nieren geschädigt. Dies kann auf unterschiedliche Weise passieren: Zum einen bilden sich Ablagerungen in den Blutgefäßen, die die kleinen Blutgefäße verengen und die Durchblutung verschlechtern. Zum anderen nimmt die Brüchigkeit der Gefäßwände zu und lässt sie durchlässig werden. Dadurch wird die Filterfunktion der Niere beeinträchtigt: Stoffe, die ausgeschieden werden sollten, reichern sich im Blut an und Eiweiße (z. B. Albumin), die im Körper verbleiben sollten, werden zunehmend über den Urin ausgeschieden.

Wann wird eine Nierenersatztherapie notwendig?

Bei beinahe der Hälfte aller Nierenerkrankungen ist die diabetische Nephropathie die Ursache. Ob eine Nierenschädigung auftritt, hängt von der Einstellung und Dauer des Diabetes ab. Bei Menschen mit unerkanntem Diabetes oder Betroffenen, die nicht regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, kann eine Nierenfunktionseinschränkung unbemerkt entstehen. Schreitet diese fort, wird eine Nierenersatztherapie notwendig. Patient:innen müssen an die Dialyse oder benötigen eine Nierentransplantation.

Parodontitis

Diabetiker:innen sind in etwa dreimal häufiger von Parodontitis betroffen als Nicht-Diabetiker:innen. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates, der der Verankerung des Zahns im Kiefer dient.

Bakterien lagern sich auf den Zähnen ab und das Zahnfleisch entzündet sich. Dringen die Bakterien bis zum Zahnhals vor, bewirken sie das Ablösen des Zahnfleisches vom Zahn. Es entsteht eine Tasche. Erfolgt in diesem Stadium keine Behandlung, wandern die Bakterien weiter zum Gewebe und den Knochen. Da so der Zahnhalteapparat geschwächt wird, lockert sich der Zahn und fällt im schlimmsten Fall aus. Anzeichen für eine Parodontitis sind: Zahnfleischbluten, Mundgeruch, lockere Zähne, freiliegende Zahnhälse, schmerzhafte Reaktion auf heiß und kalt oder gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch.

Eine Parodontitis verläuft bei Menschen mit Diabetes schwerer, schreitet schneller voran und hat häufiger den Zahnverlust zur Folge. Durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel werden die Blutgefäße geschädigt, was wiederum dazu führt, dass der Mundraum schlechter durchblutet ist. Eine erhöhte Anfälligkeit des Zahnhalteapparates für Infektionen und ein schlechtes Abheilen von auftretenden Entzündungen können resultieren. Ein schlecht eingestellter Diabetes führt auch zu Mundtrockenheit und einem erhöhten Zuckergehalt im Speichel. Dadurch vermehren sich Bakterien zügiger.

Zu den Risikofaktoren für Parodontitis zählen neben Diabetes auch Stress, Rauchen, Übergewicht, mangelnde Mundhygiene oder genetische Veranlagung.

Schutz vor Parodontitis:

  • Blutzuckerwerte im Normbereich
  • Regelmäßige Zahnpflege: zweimal täglich Zähne putzen, mindestens einmal täglich Zahnzwischenräume reinigen
  • Alkoholfreie Mundspülung

Psychische Erkrankungen

Eine Diabetes-Erkrankung belastet häufig auch die Psyche. Diabetes mellitus kann mit Depressionen, Stress, Ess- oder Gedächtnisstörungen einhergehen.

Diabetes erschwert den Alltag Betroffener. Oft müssen Ernährungsgewohnheiten angepasst werden. Um Insulin und andere Antidiabetika täglich richtig einsetzen zu können, ist es notwendig, sich neues Wissen anzueignen. Außerdem erfordert der Umgang mit der Erkrankung Ausdauer und Geduld. Hinzu kommt, dass sich eine ständige Angst vor Komplikationen entwickeln kann. Trotz umfangreicher Diabetes-Schulungen kommt es vor, dass sich Betroffene im Stich gelassen oder überfordert fühlen.

Eine rothaarige Frau schaut lächelnd in die Kamera. Sie hat ihren Kopf auf ihren verschränkten Armen auf dem Tisch abgelegt. Im Hintergrund ist ein großes Bild von einem Strand zu sehen. Im Sand steht geschrieben "Time to be happy".

Das Risiko bei Diabetiker:innen für psychische Erkrankungen – vor allem in Bezug auf Depressionen und Angst – ist erhöht. Fast jede:jeder zehnte Diabetiker:in zeigt entsprechende Symptome.

Depressionen und Diabetes bedingen sich gegenseitig: Diabetiker:innen erkranken im Schnitt doppelt so oft an einer Depression wie Menschen, die nicht an einem Diabetes leiden. Auch erkranken depressive Menschen häufiger an Typ-2-Diabetes als Gesunde.

Eine Depression hat bei Diabetiker:innen nicht nur Einfluss auf die Lebensqualität, sondern auch auf die Diabetes-Therapie. Depressionen erschweren zudem die Umstellung des gewohnten Lebensstils. Mehr Bewegung, eine Rauchentwöhnung oder die Änderung der Ernährung stellen ein großes Hindernis dar.

Auch das regelmäßige Spritzen von Insulin oder die Einnahme anderer Antidiabetika sind bei Depressionen eine Herausforderung. Sollten über längere Zeit Symptome auftreten, wie geringes Selbstwertgefühl, kein Selbstvertrauen, Teilnahms- und Antriebslosigkeit, geringeres Konzentrationsvermögen, verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Schlafstörungen, anhaltende Traurigkeit, Mut- und Hoffnungslosigkeit sowie Niedergeschlagenheit, ist es wichtig, dass sich Betroffene Ärzt:innen anvertrauen. Um erfolgreich gegen die Erkrankung ankämpfen zu können, ist oftmals eine Behandlung mit Antidepressiva und/oder Psychotherapie notwendig.

Maßnahmen die neben der ärztlichen Behandelung zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen können:

  • Sport treiben und Zeit an der frischen Luft verbringen
  • Stress und Überbelastung beispielweise durch spezielle Schulungen abbauen
  • Entspannungstechniken erlernen
  • Nicht isolieren, sondern soziale Kontakte pflegen
  • Zusätzliche Hilfe bei z. B. Selbsthilfegruppen suchen
  • Auf positive Erlebnisse konzentrieren
  • Alkohol und Drogen vermeiden
  • Tag nach Vorlieben mit Positivem verschönern (z. B. Musik)
  • Kleine Schritte machen und versuchen, Rückschläge zu akzeptieren

Neben Depressionen können bei Diabetiker:innen auch Angststörungen auftreten. Die Diabetes-Behandlung und die Blutzuckereinstellung werden dadurch in vielen Fällen beeinträchtigt. Die Ängste beziehen sich direkt auf die Diabetes-Erkrankung oder treten unabhängig davon in Erscheinung.

Gerade die Ängste vor Folgeerkrankungen, Unterzuckerungen oder der Insulinspritze kommen häufig vor. Auch kann sich eine Angst vor Gewichtszunahme entwickeln, aus der eine Essstörung entsteht. Verhaltenstherapien können bei Angststörungen Abhilfe schaffen. Betroffene sollten unbedingt mit Ärzt:innen sprechen, um alle Therapieoptionen bestmöglich abwägen zu können und gemeinsam einen Weg aus der Angststörung zu finden.

Sexuelle Dysfunktionen

Sind die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht, werden Nerven und Gefäße geschädigt. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern können sexuelle Störungen die Folge sein. Auch die psychische Belastung, die mit einer Diabetes-Erkrankung einhergeht, kann in verminderter sexueller Lust oder in Begleiterkrankungen, wie Potenzstörungen, resultieren.

Bei einer Erektion weiten sich die Arterien, die für die Versorgung des Penis mit Blut zuständig sind. Mehr Blut wird in den Schwellkörper geleitet und gleichzeitig ein Abfließen des Blutes gebremst. Der Penis schwillt an und Männer bekommen eine Erektion. Diese Vorgänge werden von verschiedenen Teilen des Nervensystems gesteuert. Die durch Diabetes begünstigten Ablagerungen in den Gefäßen stören die Durchblutung. Zudem kann ein diabetischer Nervenschaden zu einer Beeinträchtigung der Empfindlichkeit des Penis führen.
Bei männlichen Diabetikern sind die Testosteronwerte oft niedriger. Die Veränderung des Hormonhaushaltes kann das sexuelle Empfinden ebenfalls negativ beeinflussen.

Zwei Hände liegen mit der Handfläche nach oben und gewölbten Fingern sich gegenüber auf einer weißen Decke. Die Hände berühren sich fast.

Bei Frauen mit Diabetes entwickeln sich sexuelle Probleme eher schleichend. Aufgrund von Nervenschäden und Durchblutungsstörungen schwellen Schleimhäute nicht richtig an und werden nicht mehr ausreichend befeuchtet. Ein geringeres sexuelles Verlangen, Scheidentrockenheit, Probleme beim Orgasmus oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können folgen.

Betroffene sollten unbedingt mit Ärzt:innen sprechen. Viele gute Behandlungsmöglichkeiten können helfen, zurück zu einem erfüllten Sexleben zu finden. Vertrauen sich Betroffene Ärzt:innen an, durchbrechen sie oft einen weiteren Teufelskreis:

Sexuelle Störungen können zu enormer psychischer Belastung führen. Die Diabetes-Therapie wird gegebenenfalls vernachlässigt und die Blutzuckerwerte verschlechtern sich. Die sexuellen Probleme hingegen verstärken sich.

Eine offene Kommunikation mit Ärzt:innen hat noch einen weiteren Vorteil: Sollten Gefäßschäden die Ursache für die Probleme beim Sex sein, können diese entdeckt und mögliche Folgeerkrankungen, wie beispielsweise ein Herzinfarkt, verhindert werden.

FAQ

Hier finden Sie schnelle und einfache Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Diabetes-Folgeerkrankungen. Wir hoffen, dass Sie in diesem Bereich alle Antworten finden. Sollten Sie dennoch Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Typische Folgeerkrankungen bei Diabetes sind Herz-Kreislauferkrankungen, diabetische Neuropathie, diabetischer Fuß, diabetische Retinopathie, diabetische Nephropathie, Parodontitis, psychische Erkrankungen und sexuelle Dysfunktion.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen, gute Blutzuckereinstellung, gesunde Ernährung, Bewegung, Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie Stressabbau reduzieren das Risiko deutlich.

Hohe Blutzuckerwerte fördern Ablagerungen in den Gefäßen (Atherosklerose), die den Blutfluss behindern. Brechen diese Einlagerungen (Plaques) auf, entstehen Blutgerinnsel, die Gefäße verstopfen können. Werden Gefäße des Herzens verschlossen, kann dies zu einem Herzinfarkt führen (Myokardinfarkt). Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn durch ein verstopftes Gefäß nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die Schaufensterkrankheit ist eine Durchblutungsstörung der Beinarterien. Beim Gehen treten krampfartige Schmerzen auf, die Betroffene zum Stehenbleiben zwingen.

Diabetische Neuropathie bezeichnet eine Schädigung der Nerven, die in der Regel durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte entsteht. Man unterscheidet zwischen der peripheren Neuropathie, bei der die Nervenbahnen vom Rückenmark zu Armen, Beinen und Haut betroffen sind, und der autonomen Neuropathie, die Nervenbahnen beeinträchtigt, welche unbewusste Körperfunktionen steuern. Die Symptome variieren je nach den betroffenen Nerven.

Das diabetische Fußsyndrom bezeichnet Wunden unterhalb des Knies. Schädigungen der Nerven und Gefäße führen dazu, dass Verletzungen am Fuß oft nicht bemerkt werden. Kleine Wunden können schlecht heilen und sich rasch verschlimmern.

Durch hohe Blutzuckerwerte werden die feinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Die Durchblutung der Sehzellen verschlechtert sich und es kann Flüssigkeit austreten. Unbehandelt kann es zur Erblindung kommen.

Eine gute Blutzuckereinstellung und die Behandlung von Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten können das Risiko deutlich senken. Auch der Verzicht auf Rauchen sowie regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen zur frühzeitigen Erkennung sind wichtig.

Diabetische Nephropathie ist eine Schädigung der feinen Blutgefäße der Niere infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte. Dadurch verschlechtert sich die Filterfunktion der Niere: Giftige Stoffwechselprodukte verbleiben im Körper, während Substanzen, die im Körper bleiben sollten, wie beispielsweise Eiweiße (z. B. Albumin), vermehrt ausgeschieden werden. Im besonders ausgeprägten Fällen kann eine Nierenersatztherapie, etwa in Form einer Dialyse, notwendig werden.

Bei beinahe der Hälfte aller Nierenerkrankungen ist die diabetische Nephropathie die Ursache. Ob eine Nierenschädigung auftritt, hängt von der Einstellung und Dauer des Diabetes ab. Bei Menschen mit unerkanntem Diabetes oder Betroffenen, die nicht regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, kann eine Nierenfunktionseinschränkung unbemerkt entstehen. Schreitet diese fort, wird eine Nierenersatztherapie notwendig. Patient:innen müssen an die Dialyse oder benötigen eine Nierentransplantation.

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